Soziale Liste kritisiert: „Opel Versprechungen sind Luftblasen“

Völliger Rückzug aus Bochum geplant

Entgegen anderslautender Versprechungen plant General Motors/Opel den
völligen Rückzug aus Bochum. Bisher wurde versprochen das Opel
zumindest das Warenverteilzentrum in Bochum erhält und ausbaut. Der
jetzt bekannt gewordene geplante Verkauf des Opel-Partners Neovia,
einschließlich das von Neovia betriebene „Warehouse“
(Warenverteilzentrum) im Werk 3, an die US-amerikanische „Goldmann Sachs
Group und Buyout-Gesellschaft Rhone Capital LLC“ macht die Opel
Strategie vom Vollausstieg in Bochum deutlich.

Günter Gleising, Ratsmitglied der Sozialen Liste äußert sich. „Die von
General-Motor/Opel schon vor längerer Zeit mit der Wertermittlung und
Feststellung der Vermarktungschancen beauftragten Firmen haben
offensichtlich umfassend gearbeitet. Die fremdfinanzierte Übernahme von
Neovia durch Goldmann Sachs / Rhone ist hochspekulativ und ein Kind der
Blase der Investmentheuschrecken. Die Gefahr für die knapp 800
Arbeitsplätze im Warenverteilzentrum ist groß.“

Zusammen mit der Nichteinhaltung der Zusagen für die Freigabe der
Opel-Flächen, den fehlenden Finanzierungsanteilen von Opel an der
Gesellschaft Bochum 2022 und der bisher ausgeblieben Übernahme der
Verantwortung für die Altlasten zeigt GM/Opel erneut, dass der Konzern
auch für die Stadt ein unzuverlässiger Verhandlungs- und Vertragspartner
ist. Es wird immer deutlicher: GM/Opel will möglichst schnell den
völligen Rückzug aus Bochum. Günter Gleising: „Dass nach der
millionenschweren Subventionierung der Ansiedlung von Opel in Bochum vor
50 Jahren nun auch der Abgang des Unternehmens noch hoch subventioniert
werden soll, ist bezeichnend für die gesellschaftlichen Verhältnisse in
unserem Land“.

In der letzten Sitzung des Strukturausschusses hat Günter Gleising eine
Anfrage zum gegenwärtigen Sachstand der Gesellschaft Bochum 2022
eingereicht.