Vergessen?

Die Soziale Liste erinnert an die Toten des Bergbaus

Nostalgisch verklärt wird zur Zeit das Ende des Steinkohlenbergbaus begangen. Viele Reden, Gottesdienste, Festakte, Medienberichte  u.a.m. begleiten die letzte Förderschicht der Zeche Prosper in Bottrop. Weitgehend ausgespart wird dabei oft die zum Teil bittere Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet:

Die vom Militär unterdrückten Streikkämpfe der Bergarbeiter, der Einsatz von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter während des 1. und 2. Weltkrieges, die von der Naziführung erzwungenen „Panzerschichten“ für den Krieg. „Vergessen scheinen auch die vielen Toten, die der Kohle zum Opfer fielen“, sagt Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste. Vergessen, die vielen Toten der verheerenden Schlagwetterexplosionen? Vergessen die von Soldaten und Polizei erschossenen streikenden Bergleute? Vergessen die vom „Gebirge“ Erschlagenen?  Der zum Teil erbärmliche Zustand von vielen Denkmälern, die an die Toten des Bergbaus erinnern sollen ist ein Beispiel für eine mangelnde Wertschätzung und unzureichende Erinnerungskultur. „Das zu ändern wäre eine Aufgabe für alle, die in diesen Tagen auf hunderte Jahre Steinkohlenbergbau an der Ruhr zurückblicken“, so Gleising, der selbst 5 Jahre auf den Zechen Robert Müser und Gneisenau gearbeitet hat.