Auch in Bochum und Wattenscheid wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer

Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer, dass machte kürzlich eine neue Studie zur sozialen Ungleichheit der Organisation Oxfam deutlich. „Diese Schere existiert auch in Bochum und vergrößert sich seit Jahren“, sagt Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste. Allein 39.2398 Bochumerinnen und Bochumer waren nach Zahlen der Creditreform 2018 überschuldet.

 

„Besonders deutlich wird die ungleiche Vermögensverteilung auch im Sozialbericht Bochum 2018“, so Gleising. In dem Bericht (Seite 245) wird festgestellt, dass bei denjenigen, die 2003 über kein oder nur ein geringes Vermögen (bis 6.700 €) verfügten, deren Vermögen bis zum Jahr 2013 drastisch gesunken ist oder nicht mehr vorhanden war. Auf der anderen Seite sind die Vermögen derjenigen deutlich gestiegen, die bisher schon besser gestellt waren. (siehe Bild)

„Die verfehlte Anwendung der Hartz-Gesetze ist hier offensichtlich die wesentliche Quelle der Vernichtung von Rücklagen. Auch der jahrelang erzwungene frühere Eintritt in die Rente trägt wesentlich zur Armut bei“ äußert besorgt Günter Gleising. Unterm Strich wird die Armutsentwicklung aber mit dem statistischen Durchschnitt geschönt. Der besagt, dass das Pro-Kopf-Vermögen in Bochum um 8,5 % auf 57.500 € gestiegen ist.

Die Bochumer Kommunal- und Sozialpolitik leistet aus Sicht der Sozialen Liste kaum einen Beitrag zur Verringerung oder Abmilderung der Armut. Gerade die Kommunalpolitik ist darauf ausgerichtet Leuchttürme zu schaffen und Investoren beste Verwertungsbedingungen zu schaffen. Schritte in die richtige Richtung aber wären, die Schaffung eines echten Sozialtickets, eines kostenlosen Girokonto bei der Sparkasse und die Beendigung der Praxis von Stromzählersperren (2017: 3.860) durch die Stadtwerke.