Die Soziale Liste fragt: “Wo bleibt die soziale Verantwortung der VBW?”

Die Soziale Liste hält die Kritik des Mietervereins an der VBW für mehr als berechtigt. „Die soziale Verantwortung der VBW ist nur noch mit der Lupe zu erkennen“, so Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste. Die erneuten Mieterhöhungen auf den „maximal zulässigen Wert“ bringen zahlreiche Mieter*innen in ernsthafte Probleme. Dies umso mehr, weil für eine größere Anzahl an Wohnungen in der sogenannten Flüssesiedlung auch die Nebenkosten durch die Fremdvergabe der Unterhaltsreinigung (Flurreinigung) um 120 €/jährlich gestiegen sind. In einigen Fällen (Hartz-V-Bezug) befürchten Mieter*innen aufgrund der Erhöhungen Probleme mit dem Jobcenter zu bekommen.

Die fehlende soziale Verantwortung der VBW wird zum Beispiel in den jährlichen Wirtschaftsplänen der VBW deutlich. Hier wird ganz offen beschrieben, dass über die „Steigerung der Sollmieten“ eine Gewinnsteigerung erreicht werden soll. Für das Jahr 2019 sollen die VBW-Umsatzerlöse um 8,2 Mio. € gesteigert werden. An die Gesellschafter sollen 40% des Jahresüberschusses (nach Steuern) ausgeschüttet werden. Danach soll die Stadt Bochum über die Stadtwerke mit 2,1 Mio.€ Ausschüttung bedacht werden.

Neben der Kritik an der Gewinnmaximierung der VBW wirft die Soziale Liste der VBW auch vor, eine gestörte Kommunikation mit ihren Kund*innen zu pflegen. Die Mitteilungen der VBW an ihre Mieter*innen sind vielfach mit der Androhung einer „rechtlichen Auseinandersetzung“ versehen. Die Einbeziehung der Mieter*innen etwa durch Mieter*innenversammlungen erfolgt schon seit Jahren nicht mehr.

„Was wir brauchen ist eine deutlich stärkere Orientierung der VBW an sozialen Gesichtspunkten, keine Gewinnmaximierung“, so Günter Gleising.