Anfrage der Sozialen Liste zeigt: „Die Erfolgsgeschichte relativiert sich“

“Großer Bahnhof beim DHL-Zentrum”

Die Entwicklung auf dem früheren Opel-Gelände in Laer findet in der Öffentlichkeit berechtigter Weise viel Beachtung. Erreicht wurde, dass Opel keine Industriebrache hinterlassen konnte und der rasche Abbau der Werkshallen und das Aufbereiten der Flächen in einem hohen Tempo ermöglicht wurden.

In der „Erfolgsgeschichte“ wurde wiederholt berichtet, dass 6.000 Arbeitsplätze auf dem Gelände bis 2024 geschaffen werden. Mit einer Ratsanfrage wollte die Soziale Liste Antworten erfragen, wieviel Arbeitsplätze „bisher tatsächlich“ auf dem ehemaligen Opel-Gelände (Mark 51/7)“ geschaffen wurden.

Die Antworten der Verwaltung, „in Abstimmung mit der Bochumer Wirtschaftsentwicklung“ ergeben jetzt ein realistischeres Bild von der proklamierten „Erfolgsgeschichte“, sagt Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste. So sind bis zum Stichtag 28.2.2020 „ca. 420 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte auf MARK 51.1 tätig. Hinzu kommen ca. 300 Beschäftigte bei DHL/Deutsche Post. Mit insgesamt 11 Firmen wurden Verträge über ihre Ansiedlung geschlossen. Dabei handelt es sich in 3 Fällen um Neuansiedlungen. Bei den übrigen Firmen handelt es sich „um Betriebsverlagerungen“.

In Aussicht stehen bis 2024 weitere 420 Beschäftigte, die von Einrichtungen der Ruhr-Universität geschaffen werden sollen, sowie weitere 300 Beschäftigte beim DHL-Paketzentrum. Damit könnten bis 2024 insgesamt 1.140 bis 1.440 Arbeitsplätze auf dem früheren Opel-Gelände geschaffen werden und nicht, wie behauptet, 6.000.

„Es mag sich ja gerade in Wahlzeiten gut machen von großen Erfolgsgeschichten und dem ‘ungewöhnlichen Mut der Politik’ zu sprechen, dabei aber den großen Kampf der Opel-Belegschaft zu unterschlagen ist nicht hinnehmbar“, so der Ratssprecher der Sozialen Liste. Immerhin wurden dem Konzern GM/Opel erheblich finanzielle Mittel abgerungen, eine jahrzehntelange Industriebrache konnte verhindert werden.
Weiterer Mut ist jetzt gefordert, weitere Arbeitsplätze zu schaffen, das Gelände zukunftssicher an das ÖPNV-Netz anzuschließen und eine gute partnerschaftliche Verbindung und Entwicklung des Ortsteils Laer mit Mark 51/7 zu erreichen“, fordert die Soziale Liste.