Zwischen Test und Symbolpolitik

Soziale Liste zur Öffnung der Grundschulen

Die Soziale Liste Bochum kritisiert die vom NRW-Schulministerium angeordnete Rückkehr zum Regelbetrieb für die Grundschulen. Ab dem kommenden Montag wird in allen 42 Bochumer Grundschulen, 14 Tage vor den Sommerferien, wieder mit vollem Unterricht begonnen.

Zu diesem Zweck haben die Lehrkräfte der Schulen in den letzten Tagen bereits Tische und Stühle geschleppt. Die Tische (für jeweils zwei Kinder) wurden wie in alten Zeiten in drei Reihen hintereinander aufgebaut. Da ein besonderer schneller Weg zu den Waschbecken (die es nicht in allen Räumen gibt) freigehalten werden muss, besteht der seitliche Abstand von einer Tischreihe zur nächsten oft weniger als einen Meter. Pausen werden auf den Schulhöfen zeitversetzt für jede einzelne Jahrgangsstufe abgehalten, der Schulhof wurde in verschiedene Bereiche aufgeteilt – für jede Klasse einer, damit die Klassen sich nicht vermischen.

Nur beim Betreten der Schule müssen die Kinder eine Maske tragen, ebenso in den Fluren und Treppenhäusern, innerhalb der Klassenräume nicht. Auch die Lehrerinnen sollen im Unterricht keine Masken tragen. Offenbar hofft man, evtl. Infektionen innerhalb einer Schulklasse unter Kontrolle halten zu können.
Viele Lehrer*innen haben bereits vor einer Woche davor gewarnt, das Abstandsgebot in den Grundschulen aufzuheben. Die GEW hat eine Online-Petition gestartet, die auch von Mitgliedern der Sozialen Liste unterstützt wird.

Besonders kritisiert die Soziale Liste, dass in dem von der Stadt an alle Eltern verschickten Brief ausgegangen wird, von allgemein üblichen Hygieneregeln wie z. B. in Gaststätten, Restaurants, dem ÖPNV etc. gelten.
Aus Sicht der Sozialen Liste ist das Ganze eine Mischung aus Test und Symbolpolitik.

Link zum Informationsschreiben der Stadt Bochum:
https://www.bochum.de/Corona/Umgang-mit-dem-Corona-Virus-an-Schulen