Soziale Liste fragt nach:

Ansiedlung einer Bodenbehandlungsanlage in Gerthe

Ein Betrieb zur Anlieferung und Bearbeitung von Böden will sich in Gerthe an der Stadtgrenze zu Castop-Rauxel ansiedeln. Der Betrieb will täglich mit bis zu 300 LKW-Fahrten Böden anliefern lassen und aufbereiten. Anschließend erfolgen LKW-Transporte zu Baustellen, wo deren Verwertung erfolgen soll. Die Ansiedlung soll auf dem ehemaligen Gelände des Dämmstoff-Unternehmens Philippine erfolgen. Philippine hatte vor einigen Jahren seine Produktion aus Bochum verlagert und hat zurzeit nur noch seinen Verwaltungssitz in Bochum.

Die Soziale Liste kritisiert, dass das Ansiedlungs-Thema bisher nur im Rat von Castrop-Rauxel eine Rolle spielte, im zuständigen Rat in Bochum aber bisher nicht behandelt wurde. „Möglicherweise soll vor der Kommunalwahl keine Unruhe unter Anwohne*innen ausgelöst werden“, sagt Helgard Althoff, Kandidatin der Sozialen Liste Bochum in Gerthe. In der Tat ist der Unmut von Gerther Bürger*innen groß. Befürchtet werden Lärm und Dreck durch die LKW-Transporte und die Bodenaufbereitung durch Mischen und Sieben. Ob auch eine Zerkleinerungsanlage eingesetzt werden soll ist noch unklar. Die Anlage soll in der Zeit von 6 Uhr bis 22 Uhr laufen. Schon jetzt ist der Stadtteil durch einen Remondis-Müllbetrieb stark belastet.

Helgard Althoff kündigt an, dass die Bürgerinitiative gegen Mülltourismus in den Bochumer Norden, die sie damals mit initiiert hatte, wieder aktiv wird, um das hohe Verkehrsaufkommen und weitere Belastungen im Bochumer Norden sowie Merklinde zu verhindern. Die Soziale Liste wird zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 19. August eine Anfrage in Sachen Ansiedlung der Bodenaufbereitungsanlage stellen.